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Der nächste Morgen begann wie oben beschrieben und um 6.45 Uhr machten wir uns auf den Weg in Richtung Mpimbwe. Einige werden sich jetzt sicherlich wundern, warum wir in Namansi nicht ins Wasser gegangen sind. Das lag daran, dass wir erst später ankamen und weil wir auf der Rücktour hier nochmals eine Übernachtung eingeplant hatten.Nach ca. 1,5 Std. fuhren wir dann an der Kipilibucht, Ulwile und Mvuna vorbei. Nach der Aussage von Siegfried standen hier im Jahre 2000 viel weniger Hütten. Auf dem Bild ist nur ein kleiner Ausschnitt zu sehen. Mit etwas Phantasie kann man sich beim unteren Bild, bei der Zusammenstellung der Felsen, zwei Menschen Rücken an Rücken vorstellen.Für mich war sehr überraschend, wie dicht hier doch alles zusammen liegt. Natürlich habe ich das vorher schon alles auf einer Karte gesehen. Trotzdem hatte ich eben andere Vorstellungen im Verhältnis zur Größe des Sees. Normalerweise kann man von hier aus den Kongo sehen. Doch war es sehr diesig, so dass man nur ganz wenig erahnen konnte. Was wir auf den nächsten Kilometern immer wieder sahen, waren kleine 'Segelboote' mit Flüchtlingen aus dem Kongo, die versucht haben, Tansania zu erreichen. Hier werden sie dann aber vom Militär schon 'erwartet', in Lager gebracht und wieder abgeschoben. Wenn man sieht mit was für kleinen und einfachen Booten sie es versucht haben, kann man sich vorstellen, wie wichtig die Flucht für sie sein muss. |
Mvuna
Mvuna |
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Noch eine kleine Bemerkung zur Süßwasserqualle: Habe mir sagen lassen, dass sie sehr unangenehm im Geschmack sein soll und während des Verschluckens ein Brennen zur Folge habe, eine echte Delikatesse also.
Die Wassertemperatur lag hier bis 5 Meter um 27° C und bei 10 Meter bei 26° C.Unser nächstes Ziel war Kalila. Das erreichten wir gegen 15.15 Uhr. Da unsere Flaschen in dieser kurzen Zeit noch nicht wieder befüllt werden konnten, war - nachdem wir mal wieder alles aufgebauthatten - nur noch ein Gang mit Schnorchel und Maske möglich. Leider konnten wir hier keine Unterwasseraufnahmen setzen, da durch stärkeren Wellengang sehr viel Sand aufgewirbelt wurde und somit keine vernünftigen Bilder zustande gekommen wären. Wir konnten trotzdem noch einiges beobachten. Hier tummelten sichz. B. Simochromis, Tropheus und Eretmodus in der Brandung am Geröll, während einige Meter weiter draußen eine Gruppe Callochromis stappersi gegen die Strömung 'ankämpfte'. Ich konnte das gut nachvollziehen, was die kleinen 'Kerlchen' da leisteten, da es |
Siegfried beim Begutachten seiner Ausrüstug |
mir nicht viel anders ging.Bevor es dunkel wurde, mußten wir noch die ganze Technik aufVordermann bringen, weil wir am nächsten Tag, nur eine halbe Stunde entfernt, unseren nächsten Tauchspaß haben sollten. In Kasombo angekommen ging es dann auch bald ins Wasser. Mittlerweile hatte es sich mit der Umzieherei gut eingespielt und es ging alles völlig ohne Stress vor sich.Hier habe ich meinen ersten Stachelaal beobachten können, der anfänglich etwas ängstlich, dann aber doch sehr neugierig war, was mir die Möglichkeit gab, ihn zu fotografieren.
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Stachelaal |
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Jetzt ging es in Richtung Sibwesa, wo wir uns dann auch 3 Tage aufhalten wollten. Während dieser Tage gab es einige aufregende Situationen, die damit begannen, dass ich mir einen Holzsplitter eingerissen habe, obwohl ich mir nicht am Kopf gekratzt hatte. Da ich mein 'Survivalmesser' nicht dabei hatte, mußte es eine handelsübliche Pinzette richten. Ich desinfizierte die Stelle noch, denn ich hatte etwas Sorge vor einer Infektion unter diesen Bedingungen.Spaß bei Seite:Zeitgleich gab beim Füllen der Tauchflaschen auch noch der Kompressor seinen Geist auf. Steven und Ad versuchten, das Teil wieder in Gang zu bekommen. Natürlich gab es keine Ersatzteile und jeder versuchte mit guten Tips weiterzuhelfen. Mit Dichtungen und auchanderen Teilen aus dem Tauchkoffer hatten sie es dann nach einiger Zeit hinbekommen. Leider hielt es nur für 2 Tauchflaschen und der Tauchurlaub drohte in einem 'Badeurlaub' zu enden. Doch zumGlück konnten unsere beiden kreativen 'Bastler' Dichtungen einpassen und wir hatten bis zum Ende der Reise Luft. Nicht auszudenken, wenn das nicht geklappt hätte.
Bei Sibwesa angekommen mußten wir uns bei dem 'Stammes- oberhaupt' anmelden (was Zwei unserer Crew erledigten) und einige Liter Diesel als Bezahlung abtreten, damit wir uns in diesem Gebiet ein ruhiges Plätzchen zum Übernachten suchen durften. Wir fuhren wieder einige Minuten mit dem Boot zurück, denn wir hatten dort einen schönen Platz gesehen.In der Nacht wurde es dann recht windig, so dass wir am nächstenTag die Zelte erst einmal wieder abbauten, obwohl wir hier ja, wie schon erwähnt, weitere Nächte verbringen wollten. Da wir aber nicht alles wieder mit aufs Boot nehmen wollten, blieben 3 Mann im Camp. Wir fuhren erst einmal nach Mabilibili. Hier war der Wellengang recht stark und wir zogen es vor, erst einmal zurück nach Lyamembe zu fahren, um dort zu tauchen. Auch hier war die Stömung recht stark und somit das Wasser leider auch etwas trübe. Ich habe den Tauchgang nach ca. 25 Minuten abgebrochen. Nachdem ich die Wasseroberfläche erreicht hatte, hörte ich schon einige Schreie vom Boot, mit denen ich aber nicht gleich etwas anfangen konnte. Mirwar aber klar, dass etwas passiert sein mußte, und so drehte ich mich wie ein Kreisel um meine eigene Achse. Ich sah dann, wie ein Taucher von uns, festgehalten von einem Guy, um Luft kämpfte. Er war aus ca. 20m Tiefe 'hochgeschossen', da er keine Luft mehr hatte. Früher wäre ich mit ihm zur Dekompression wieder runter gegangen, hatte aber vor meiner Reise in einem Artikel gelesen, dass man es nicht machen sollte. Wir haben ihn schnellstens zum Boot gebracht, wo er nach einigerZeit erst einmal zur Ruhe kommen konnte. Natürlich fuhren wir erst einmal zurück zum Camp. Zum Glück hatte er sich bis zum Abend wieder einigermaßen erholt. Wir steuerten dann erst am Nachmittag noch eine kleine Bucht in der Nähe an. Auch hier sah es erst sehr trübe aus und ichbin erst einmal schnorcheln gegangen. Ich traute meinen Augen nicht, als ich dann eine große Wasserkobra an den Steinen sah. Leider hatte ich keine Kamera dabei. Wahrscheinlich hätte ich vor Aufregung sowieso vergessen abzudrücken und so habe ich diese Ecke dann doch verhältnismaßig fluchartig verlassen. Da die Sicht doch besser war als von oben erwartet habe ich mir meine Tauchklamotten übergezogen und habe doch noch einen schönen Tauchgang in einem anderen Teil der Bucht erlebt. Hier schwammen Cyathopharynx furcifer und Cyathopharynx foae direkt beieinander. Diese Tiere unter Wasser zu sehen ist schon 'gigantisch'. |
Bei Sibwesa
Spielende Kinder bei Sibwesa
Lyamembe
Cyathopharynx furcifer sibwesa
Cyathopharynx foae sibwesa
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Trübe Aussichten
Der 'Kaiser' unter den Tropheus
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Während wir unterwegs waren, wurden unsere Zelte wieder aufgebaut, so dass wir uns dann auch bald an den 'gedeckten Tisch' setzen konnten. Aber der aufregende Tag sollte noch nicht zu Ende sein. Gegen 21.30 Uhr, wir lagen schon in der Koje, fing es tierisch an zu stürmen. So etwas hatte ich noch nicht erlebt. Wir mußten uns mit dem ganzen Körpergewicht gegen die Zeltwände legen, damit es über- haupt noch einigermaßen standhielt. Von schlafen konnte keine Rede mehr sein. Der Sand drückte sich durch die Nähte. Zum Glück waren keine Bäume in der Nähe, sonst wäre mir sicherlich noch mulmiger zumute gewesen. Dieser Sturm war für diese Jahreszeit ein äußerst außergewöhnliches Wetterereignis, selbst für Siegfried, der den See ja schon zu unterschiedlichen Zeiten bereist hatte. Im Juni/Juli wäre das nichts außergewöhnliches gewesen. Unsere Crew hatte in der Zeit das Boot an eine sichere Stelle gefahren, ansonsten hätten wir sicherlich eine Zeit Robinson spielen müssen.
Als wir am nächsten Morgen aus unseren Zelten krochen schien alles wieder in Ordnung zu sein. Wie gesagt, schien. Denn jetzt hatte auch noch ein Mitglied unserer Besatzung Malaria. Wir alle hatten genug Tabletten dabei, so dass wir sammeln und ihm welche abgeben konnten; und das Zeug wirkte zu Jedermanns Beruhigung im Ernstfall wirklich relativ schnell.Damit man eine Vorstellung hat wie trübe die Aussichten teilweise waren, hatte ich in Isonga die Idee, eine geteilte Aufnahme zu machen, die es meiner Meinung auch sehr wirkungsvoll belegt. Es ist schon beeindruckend, wie intensiv die Farbe des 'Kaisers' bei so einer 'Brühe' zur Geltung kommt!
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Die letzte Nacht hier oben war dann wieder richtig ruhig und am nächsten Tag ging es dann wieder Richtung Heimat. Natürlich noch mit einigen Tauchgängen und Übernachtungen.
- Aber darüber dann mehr im nächsten Teil -
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