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                                                 - Teil 1 -

Als ich im Sommer 2004 mal wieder meinen Freund Siegfried Loose besuchte, um mir einige neue Fische anzusehen, kamen wir beim Tässchen Kaffee auf sein Buch zu sprechen, das in diesem Jahr (2006) auf den Markt kommen wird. Es wird, wie sollte es anderes sein, ein Buch über Fadenmaulbrüter sein. Aus diesem Grunde wollte er noch einmal an den See fahren, um einige Beobachtungen aus den Jahren zuvor zu festigen und natürlich um noch neue Bilder zu schiessen.

 

Mit der Frage im Gepäck, ob ich mitreisen wolle, fuhr ich dann ganz aufgeregt nach Hause, um die neuen Nachrichten meiner Frau zu berichten. Mitentscheidend für die Zusage war, dass ich mit Siegfried jemanden hatte, der schon einige Reisen an den Tanganjikasee gemacht hatte und somit auch die Erfahrung sammeln konnte, was vorher alles zu organisieren ist. Nachdem ich zugesagt hatte ging es für mich langsam (es war ja noch über 1 Jahr Zeit) los mit den Vorbereitungen. Bücher und Reiseberichte lesen, Arzt aufsuchen, Tropeninstitut und und und. Nachdem wir dann einen Termin gefunden hatten, erfuhren wir, dass Ad Konings zum gleichen Zeitpunkt wie wir mit einer Gruppe am See sein wird. Da er auch noch ein paar Plätze frei hatte, haben wir uns für die ersten 14 Tage mit eingeklinkt , zumal die Tour, die er dort anbot, sehr interessant war. Dazu aber später mehr.

 

Der Reisetermin rückte immer näher und die Anspannung wurde immer größer. Einige Tage vor Reiseantritt dann das Packen des Seesacks. Da British Airways wohl recht streng mit dem Höchstgewicht umgeht war es recht schwer sich zu entscheiden, was man unbedingt braucht und was nicht. Die Grenze lag bei 23 kg und ist, wenn man das ganze ‘Tauchgeraffel’ dabei hat, schnell erreicht. Meine Kleidung war dann komplett im Handgepäck verstaut und zum Glück war eine Kameratasche zusätzlich erlaubt.

 

Endlich war der Tag (23.September) gekommen und wir (gebracht von unseren Frauen) trafen uns am Flughafen Tegel und checkten nach der Verabschiedungszeremonie ein, um erst einmal nach London zu fliegen. Hier angekommen und nach längerer Fahrerei auf dem Gelände mit dem Bus, haben wir unser Terminal in Richtung Lusaka gefunden, eingecheckt und soweit es ging, es uns im Flugzeug erst einmal gemütlich gemacht. Es lagen ja einige Stunden vor uns. Insgesamt dauerte die Anreise von Berlin bis Lusaka fast 15 Std. Eine Zeitverschiebung gibt es nicht.

 

Hier trafen wir uns mit Ad und Wendell (der auch das erste Mal zum See unterwegs war) und erledigten erst einmal die Formalitäten (Anmeldung, Geld tauschen usw.). Ad hatte vorher schon ein Taxi gemietet, dass uns bis nach Mpulungu bringen sollte. Ansonsten hätten wir erst am nächsten Tag mit dem Bus fahren können und hätten somit erst zwei Tage später zu den Anderen der Gruppe zustossen können, die schon einen Tag vorher angereist waren. Nachdem alles verpackt war ging die Reise in einem VW-Bus weiter. Die Strassen waren bis ca. 100 km vor Mpulungu perfekt und neben Gaspedal, Bremse und Lenkrad war die Hupe wohl das wichtigste Teil am Auto. Anderes war scheinbar nicht ganz so wichtig, wie wir dann leider später feststellen mussten. Denn auch nachdem die Schlaglöcher richtig deftig wurden, machte unser Fahrer keine Anstalten den Fuß vom Gas zu nehmen, so dass es nur noch eine Frage der Zeit war, dass wir bestenfalls nur einen Platten haben würden. So war es dann auch. Warum er dann noch ca. 30 km mit dem Reifen weiterfuhr, wurde uns erst klar,

       Sicherheit im Verkehr!

nachdem wir dann später, als wirklich nichts mehr ging (siehe Bild), nach einigem Umräumen des Kofferraums an den Ersatzreifen kamen. Der hatte nämlich auch schon bessere Zeiten gesehen. Nur hätten wir auch keine Möglichkeit gehabt, den Reifen zu wechseln, da das Werkzeug leider schon sehr 'ausgenudelt' war. Es dauerte nicht lange und wir hatten eine sehr hilfsbereite Menschentraube um uns herum. Zum Glück hatte Ad ein Satellitentelefon dabei, so dass er bei Toby Veall anrufen konnte, der uns dann für den Rest des Weges ein Ersatztaxi organisieren konnte. Nach sage und schreibe 5 Stunden waren wir dann weiter auf dem Weg in Richtung See und erreichten ihn  dann endlich gegen 1.30 Uhr. Nun nur noch die Sachen auf das Boot und dann ab zur Kalambo-Lodge. Obwohl ich mittlerweile doch sehr müde

war, wurde ich plötzlich wieder hellwach. Die erste Berührung mit dem Wasser des Tanganjikasees nach etwa 36 Stunden einer anstrengenden sowie abenteuerlichen Reise! Es war angenehm warm, und ich freute mich schon auf den ersten Tauchgang. Gegen 2.00 Uhr waren wir dann angekommen und haben unsere Lodge bezogen. Nach einer herzlichen Begrüßung wurde uns dann sogar noch ein Dreigängemenü serviert. Da sich mein Appetit in Grenzen hielt, habe ich auch nur noch aus Anstand von jedem etwas probiert. Ich glaube es war sehr lecker. Dann ab ins Zimmer, Moskitonetz übers Bett gespannt und ab in die Federn.

 

 

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