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                                                 - Teil 2 -

 

Wie man sich vorstellen kann, war die Nacht recht kurz. Geweckt wurden wir zudem noch sehr früh von dem fröhlichem Gesang der heimkehrenden Fischer, die die ganze Nacht mit ihren kleinen Booten unterwegs waren. Wir öffneten die Fensterläden und konnten direkt auf den See schauen, indem ich nach dem Frühstück meinen ersten Tauchgang machen sollte. Nun unter die Dusche (Wasser aus dem See) und dann ab zum Frühstück, wo wir dann auch

     

schon die ersten Mitreisenden kennenlernten. Insgesamt waren wir dann ein gut zusammengewürfelter 'Haufen'. Die Truppe bestand aus zwei Schweden, einem Holländer, einem Finnen, vier Amerikanern (darunter die einzige Frau an Bord), zwei Südafrikanern und uns beiden. Unterhalten haben wir uns in deutsch, englisch und natürlich auch mit Händen und Füßen. Dadurch, dass sich jeder Mühe gab, ging das auch sehr gut. Vor allem sei aber zu erwähnen, dass Ad, der mehrsprachig ist, immer wieder helfen konnte, wenn Sprachbarrieren auftraten. Während des ausgiebigen Frühstücks, bei dem es Eier, Bohnen, Weißbrot, Kornflakes, Tee, O-Saft usw. gab, wurde der erste Tagesablauf besprochen.

 

Danach ging es zurück zur Lodge, um das gesamte Tauchmaterial zusammenzusuchen, bzw. die Kameras so zu präparieren, dass sie nicht gleich während des ersten Tauchganges 'absaufen' würden. Nachdem ich dann noch die Hürde mit dem Anschließen des Adapters (andere Norm) für die Tauchflasche und dem Lungenautomaten überwunden hatte, ging es endlich ab ins Wasser. Ich musste gar nicht tief runtergehen, um schon die ersten 'Juwelen' zu sehen. Wenn ich den Automaten nicht im Mund gehabt  hätte, hätte ich den selbigen sicherlich nicht mehr zubekommen. Hier tummelten sich Eretmodus, Altolamprologus,  Lamprologus, Tropheus,  Petrochromis,

 

Internationaler Frühschoppen

Ophthalmotilapia und vieles mehr. Meine ersten Bilder habe ich dann auch gleich geschossen. Ich kann nur sagen, dass das gar nicht so einfach ist. Aber keine Angst, es

 

     

     Ophthalmotilapia ventralis

kommen noch bessere Bilder! Die Zeit verging wie im Fluge, und

die Flasche war verhältnismäßig schnell leergesaugt. Da es nur

einen Kompressor gab und der auch nur eine Flasche befüllen

konnte, dauerte es seine Zeit bis wir den nächsten Tauchgang

angehen konnten. Ausgesucht hatten wir uns dafür die

chituta bay, die wir dann auch bald anfuhren.

 

Nach dem 'Anpellen' ging es dann auch sofort mit einer Rolle

rückwärts vom Boot direkt in den See. Leider war das Wasser hier 

etwas unruhig, so dass die Sicht etwas getrübt war. Mit Menno,

einem Holländer, ging es dann gleich etwas tiefer. Zum Glück

hatte er eine Taschenlampe dabei. Denn ich war 'wie ein Friseur'

unterwegs. Bei ca. 25 m haben wir dann auch den ersten ( und

für mich auch einzigen) Frontosa begutachten können.  Hierbei

handelte es sich noch um ein recht kleines Tier. Viel tiefer sind

wird dann auch, im nachhinein sehr schade, nicht gegangen.  

 

Nach ca. einer Std. des Staunens ging es dann wieder nach oben, natürlich nicht ohne einige Sicherheitsstops einzulegen. Auf dem Weg zurück zur Lodge wurde natürlich erst einmal erzählt, was alles gesehen wurde. Hier erfuhren wir dann auch, dass wir, wenn wir fünf Meter tiefer gegangen wären, Benthochromis Tricoti hätten sehen können. Nachdem wir dann alles zum Trocknen aufgehängt hatten, ging es ab zum Essen und danach in die Bar. Hier besprachen wir dann alles, was für die nächsten Tage wichtig war, was wir unbedingt mitnehmen sollten, verteilten die Zelte und dann ging es ab in die Falle. Schliesslich mussten wir am nächsten Tag früh raus.

 

Der dritte Tag begann wie immer mit dem Frühstück und der Malaria-Tablette. Danach ab ins Boot und rübersetzen nach Mpulungu. Hier mussten wir zur Immigration, um unser Ausreisevisum von Sambia zu holen. Es lief alles reibungslos, nur dauerte es einige Zeit bis alle Eintragungen in das grosse Buch per Hand getätigt waren. Während wir uns hier 'vergnügten' wurde an der Lodge schon ein Boot mit Proviant, Kompressor usw. beladen. Wir mussten nach unserer Ankunft nur noch unsere persönlichen Sachen aufladen und ab mit dem Boot über die Grenze nach Tansania. Dort dann wieder zur Immigration, diesmal

     

um ein Einreisevisum zu besorgen.

 

Hier gehen aber die Uhren etwas anders, und so mussten wir ca. zwei Stunden auf den 'Beamten' warten, bis er endlich ausgeschlafen hatte. Wieder dauerte es seine Zeit bis alle Eintragugen fertig waren, und zusätzlich durften wir dann auch noch 50 US$ überreichen. Da es alles länger gedauert hatte als erwartet und es auch stürmischer wurde, fuhren wir nur noch nach Muzi. Dort wollten wir sowieso das Boot tauschen und bauten deshalb unser Zeltlager hier schon auf. Nach einigen Schwierigkeiten, Siegfried und ich hatten ein Zelt für eine Person erhalten und mussten es noch einmal tauschen, konnten wir ein grösseres unser Eigen nennen und somit auch unser Gepäck einschließlich Kameraausrüstung, mit ins Zelt nehmen.

 

                

                 Camp in Muzi

 

                

                 'Traumschiff'

 

Da es um 6.00 Uhr schon richtig hell und gegen 18.00 Uhr der Tag vorbei

ist, wurden wir jeden Morgen schon um 5.00 Uhr durch die nette Stimme

von Ad geweckt und die Räumerei inklusive Morgentoilette begann.

Während des Zeltabbaus sorgten schon zwei Leute der Crew, die übrigens

aus 6 Personen bestand (3 P. aus Sambia und 3 P. aus Tansania), für das

Frühstück. Nun musste nur noch das ganze Gepäck verladen werden

und die Reise mit dem 'Traumschiff' konnte losgehen.

 

Wir sahen aus wie Flüchtlinge, nur dass das Boot grösser war, wie wir

später noch  sehen werden. Nun wurde erst einmal 'aufgeräumt', damit

eine gewisse Übersichtlichkeit entstand und wir uns auf dem Boot auch

einigermaßen bewegen konnten. Schließlich wollten wir ja auch das eine

oder andere Mal tauchen und brauchten somit etwas Platz, um uns

umzuziehen. Wir fuhren dann bei stärkerem Wellengang bis Msamba,

um dort den ersten Tauchgang in Tansania zu machen.

     

 

Mein Magen rebellierte nicht, und so freute ich mich schon wieder auf das kühle Nass. Da mir die Hektik zu gross war - jeder wollte sich gleich fertigmachen, um ins Wasser zu kommen - entschloss ich mich, hier 'nur' zu schnorcheln. Das musste sich auf dem Boot erst einmal einspielen, was bei den nächsten Tauchgängen auch gelang. Da sich im Wasser sehr viel in den höheren Regionen abspielt, konnte ich hier auch wieder viele verschiedene Arten beobachten. So konnte ich z.B. als 'Spanner' beim Laichtanz von Lambrichtys tanganicanus zusehen und sogar einigermaßen fotografieren, was als Schnorchler nicht gerade einfach war, da man sich nicht sehr lange auf die Lauer legen kann.

 

Als wir dann alle wieder an Bord waren, ging es weiter in Richtung Namansi. Hier planten wir, unser Nachtlager aufzuschlagen. Während der Fahrt gab es dann, wie jeden Tag, einen Brunch und dazu frisches Wasser direkt aus dem See. Anfänglich war mir nicht sehr wohl bei dem Gedanken, Wasser aus dem See zu trinken, da ich mir in Deutschland schon gleich etwas einfange, wenn nur etwas in der Luft liegt. Doch weil alle das Wasser tranken und auch schon reichlich Erfahrung damit hatten, fühlte ich mich schon etwas sicherer. Ich hatte ja Wasseraufbereitungstabletten dabei, wäre aber wahrscheinlich verdurstet, da es sich zwei Stunden mit der Aufbereitung des Wassers hingezogen hätte. Ich trank es also... und....... NICHTS!

Das Wasser schmeckte lecker.

 

 

                   Msamba

 

 

 

      Lamprichthys tanganicanus

 

 

          

          Unser Koch Gottfried

 

 

 

                 Abendbrot

      'Der Fisch ist im Eimer'

 

Immer, wenn wir kleine Fischerboote sahen, ließen sich unsere Köche

den Fang zeigen. Damit war klar, was es heute zu essen geben würde.

Es war enorm, welch aufwendige Gerichte, auf 'kleinster Flamme'

gekocht werden können. Es war für jeden etwas dabei! Oftmals wussten wir

allerdings wegen der Dunkelheit nicht, was wir gerade in den Mund steckten;

aber es schmeckte immer prima. Dazu muss ich noch erwähnen, dass

ich sonst nicht der große Fischesser bin.

 

Bevor wir dann schlafen gingen, es war ja schließlich 'schon' nach 19.00 Uhr,

bestaunten wir noch den fantastischen Sternenhimmel.

 

Die Milchstrasse war so eindeutig zu erkennen, so etwas hatte ich noch nie

gesehen. Eine Sternschnuppe, die so lang war, dass ich sie Siegfried noch

in aller Ruhe zeigen konnte. Wünschen brauchte ich mir ja auch nichts,

da ich momentan sowieso alles hatte.

 

Im Zelt wurde dann noch alles nach ungebetenen Gästen, wie

z.B. Moskitos abgesucht, noch etwas der Himmel begutachtet und dann

geschlafen. Um sich vor den Moskitos und den eventuellen Folgen zu

schützen, hatten wir uns zusätzlich zur Prophylaxe regelmässig bei

Dämmerung eingeschmiert, lange Hosen und langärmlige Hemden

angezogen.

 

 

 

 

 

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