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                                                 - Teil 4 -

 

 

 

Unsere 'Heimreise' begann mit stärkerem Wellengang, so dass ich schon mit dem Gedanken spielte, meine Reiseapotheke um eine Tablette zu erleichtern,  bevor ich vielleicht unfreiwillig die Fische füttern würde. Doch zum Glück wurde es ruhiger. Ansonsten hätte ich auf einen schönen Tauchgang verzichten müssen, denn Tauchen und Medikamente passen  nicht zusammen. Da wir nochmals den 'Kaiser' sehen wollten, fuhren wir diesmal eine andere Stelle an, in der Hoffnung, eine bessere Sicht zu haben. Und so war es dann auch. Das Wasser wurde von der Sonne durchdrungen und die Farben leuchteten gigantisch.

 

Leider verabschiedete sich auch hier bald wieder der Akku. Dazu muss ich aber sagen, dass es nicht nur Dummheit von mir war, den Akku nicht rechtzeitig rauszunehmen, sondern ich konnte durch das Unterwassergehäuse bei der Sonne den Ladezustand nur sehr schwer erkennen, zum Zweiten hatte ich immer ein ungutes Gefühl, das Gehäuse zu öffnen, wenn es nicht unbedingt nötig war. 'Never change a running system'. Es besteht ja doch immer das Risiko, dass das Gehäuse an einer Stelle undicht wird ...und das wäre es dann gewesen! Zum Dritten war das Ladegerät, das über Solarzellen gesteuert wurde, sehr gefragt und ich wollte es nicht mit einem halbvollen Akku belegen.

 

So kam es dann nach unserer Weiterfahrt auch zu einer neuen Auf- regung an Bord. Als jemand  seinen Akku aus dem Gerät nehmen

 

Tropheus sp. 'ikola'

 

 

 

Altolamprologus fasciatus

 

 

                   wollte, wurde er von einer Schlange gebissen. Da sie niemand gesehen hatte, wussten wir natürlich

                   auch nicht, ob es sich um eine giftige oder eine ungiftige handelte. Innerhalb kürzester Zeit versuchte

                   die Crew das Tier zu finden, um Sicherheit über die Art zu erhalten, was nicht gerade leicht war, da

                   sich das Ladegerät und somit auch das Tier in einem kleinen Verschlag im Bug befand. Während die

                   einen suchten, versuchten die anderen den Attaktierten zu beruhigen.

                   Nachdem das Tier mit List und Tücke gefunden wurde und feststand, dass es sich um eine ungiftige

                   (von den Einheimischen 'Hausschlange' genannt) handelte, bekam auch unser Teammitglied wieder

                   etwas Farbe im Gesicht. Die Anspannung bei ihm - aber auch bei uns allen - war riesengroß. Hier hätte

                   es keinerlei ärztliche Versorgung gegeben, geschweige denn das richtige Gegenmittel.

 

                                                                     Übernachtet wurde wie schon auf dem Hinweg in Kalila.

 

 

 

 

 

 

     

     

 

 

 

 

 

Für den  nächsten Tag hatten wir uns 2 Tauchgänge vorgenommen.

Der erste sollte nochmals in Mpimbwe (an anderer Stelle) stattfinden

und der zweite in Namansi, wo wir auch schon einmal übernachtet,

aber keine Zeit mehr für einen Tauchgang hatten.

 

Weil noch einiges gebraucht wurde, steuerten wir eine kleine Insel

an. Hier waren sehr viele Kinder (einige arbeiteten), die sofort

(aber doch etwas vorsichtig) zum Strand kamen, um zu schauen,

was wir dort machten. Ein amerikanischer Mitreisender hatte in

seinem Gepäck einige kleine bunte Bälle, die er dann in Richtung

Strand warf. Natürlich landeten die im Wasser. Da war die 'Zurück-

haltung' vergessen und es rannte alles, was Laufen konnte ins Wasser.

Sie waren so am toben und lachen, dass es nicht nur für die Kinder eine

Freude war. Ich glaube das Hinterherwinken hörte erst auf, nachdem

unser Boot außer Sichtweite war.

 

Gegen 9.30 Uhr hatten wir dann auch Mpimbwe erreicht. Ich hatte den

Tipbekommen, dass hier die Xenotilapia sunflower schon ab ca. 15 m

Tiefe beobachtet werden können. Für mich war klar, dass dieser Tauch-

gang in diese Tiefe gehen würde. Es war sagenhaft. Nach 17 m konnte

ich mich auf einen Stein legen und ein Paar mit ihren Jungen beobachten.

Bei den Tieren war von Angstkeine Spur. Die fühlten sich absolut

ungestört bis zu dem Zeitpunkt, als ich meine Kamera  auf sie richtete.

Ein Tier verschwand sofort mit den Jungen und war von da an nicht mehr

gesehen. Dafür stand das andere Tier für einige Schnappschüsse zur

Verfügung. Die Zeit verging wie im Flugeund nachdem ich einige Bilder

im 'Kasten' hatte, ging es etwas weiter nach oben, um dort meine vom

Tauchcomputer vorgeschriebenen Sicherheitsstopszu machen. Hierbei

konnte ich natürlich auch noch einige Fotos setzen:

 

 

Xenotilapia sp.'papilio sunflower'

 

 

 

             Asprotilapia leptura

 

 

Xenotilapia sp.'papilio sunflower'

 

 

 

Stilleben

 

      

       Haplotaxodon microlepis

 

 

 

     Lamprologus callipterus

 

     

Nachdem alle aus dem Wasser waren und wir ablegen wollten, wurde unsere Weiterfahrt erst einmal dadurch aufgehalten, dass der Anker zwischen 2 Felsen gelandet war und sich so verhakt hatte, dass es ohne zu tauchen nicht möglich war, ihn loszubekommen. Bevor einer von uns sein ganzes Geraffel wieder angelegt hätte, war schon ein Mitglied unserer Crew im Wasser, tauchte etwa 9 m völlig ohne Ausrüstung und löste den Anker wieder. Hut ab! Ich hätte da sicherlich hinterher ein Sauerstoffzelt gebraucht, wenn ich es überhaupt geschafft hätte.

 

Dann ging unsere Fahrt weiter und wieder an den schon oben erwähnten Inseln vorbei, bis der nächste Zwangsaufenthalt, einmal mehr durch das Militär, unsere Fahrt unterbrach. Hier waren über 20 Personen an Bord und forderten 15 Liter Benzin - den obligatorischen Wegezoll -. Für mich war das ein beklemmendes Gefühl, da ich nichts verstanden habe und die Bewaffnung auch einen bedrohlichen Eindruck machte. Zum Glück gab es keine weiteren Probleme, so dass wir nach ca. 20 Minuten unsere Fahrt fortsetzen konnten.

 

     

 

Ohne weitere Zwischenfälle in Namansi angekommen, gingen wir, noch bevor wir unser Lager aufgebaut hatten, sofort ins Wasser. Hier zogen Schwärme vom N. callipterus Männchen ihre Kreise und die Tropheus hatten nichts anderes zu tun, als die ganze Zeit an den Algen herumzuzupfen. Wir wären gerne noch auf der anderen Seite 'unserer' Bucht Tauchen gegangen, aber da hatten die Einheimischen Fangnetze ausgelegt, die sie dann etwas später, nachdem wir schon aus dem Wasser waren und unser Camp aufgebaut hatten, herauszogen. Uns Freaks blutet dabei das Herz, wenn wir sehen, was sich dort an Zierfischen in den Netzen befindet und hinterher als Trockenfisch auf dem 'Teller' landet, aber für die Menschen dort lebenswichtig.

 

Beim Abendessen wurde dann besprochen, dass der nächste Tag wohl etwas länger und dementsprechend anstrengender sein wird, da wir unseren Heimathafen ansteuern wollen, jedoch nicht ohne wenigstens noch Tauchgänge in Wempembe und Malasa zu machen. 

 

Bevor wir morgens losfuhren habe ich noch einige Bilder von Felsen gemacht, an denen man die Wasserstandsschwankungen sehr gut erkennen kann.

 

 

 

 

Die Fahrt nach Wempembe (hier sah ich meine erste Unterwasserpflanze auf dieser Tour)

 

 

                 

 

 

 

        L. callipterus Männchen

 

 

    

 

Tropheus sp. Namansi

 

 

 

Fischfang

 

 

 

 

 

 

 

  

    Ophthalmotilapia ventralis

 

weiter in Richtung Malasa

 

 

 

                  

 

           Neolamprologus cylindricus                                 Dicke 'Backen' 

     

 

und außerdem noch als kleines Highlight, einen Tauchgang in Kantalamba. Auch diesen Tauchgang werde ich wohl mein Leben nicht vergessen. Die red rainbows im Sonnenlicht stehen zu sehen, ist einfach ein Genuß. Ich konnte mich mal wieder gar nicht satt sehen. Dem Neolamprologus daffodil habe ich in Aquarien fälschlicherweise nie große Aufmerksamkeit geschenkt, aber wie der hier farblich aufdrehte war nur schön. Die blauen Punkte der Eretmodus waren wie gemalt. Ihr merkt schon, ich komme aus dem schwärmen gar nicht mehr raus. Einige Bilder sollen zeigen, wovon ich hier schreibe.

 

                              

 

Neolamprologus pulcher (Daffodil)         Eretmodus cyanostictus 'Kantalamba'            Tropheus sp. 'Kantalamba'

 

 

Nach diesem Tauchgang noch das übliche Prozedere: Abmelden inTansania, das Boot tauschen und Weiterfahrt zu unserer Lodge, wo wir dann erst recht spät ankamen. Hier ging es gleich unter die kalte Dusche, ab zum Abendessen und dann ins Bett. Man, habe ich gut geschlafen. Ist schon ein Unterschied zwischen einer richtigen Matratze und einer 4 cm dicken Luftmatratze auf hartem Untergrund!

 

Der nächste Tag begann erst einmal damit, die Technik wieder auf Vordermann zu bringen. Das heißt, Dichtungen prüfen und fetten, Akkus aufladen usw.  Für eine bestimmte Zeit lief hier morgens ein Generator, der für den nötigen Strom sorgte. Dann ab nach Mpulungu wieder anmelden (hier ohne Schwierigkeiten) und ab nach Gombe. Hier habe ich meinen ersten und einzigen Synodontis im See gesehen.

 

 

                            

 

 

 

- Demnächst mehr (ich hoffe es geht diesmal etwas schneller) -

 

 

 

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